Investment Punk: Warum ihr schuftet, aber wir reich werden

22. März 2010

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Das Buch Investment Punk von Gerald Hörhan hat mit einem provokanten Untertitel auf sich aufmerksam gemacht: “Warum ihr schuftet, aber wir reich werden”. Der Autor, im übrigen Harvard- Absolvent, Banker und Ex-McKinsey-Berater, versucht den Leser das ganze Buch über durch diesen provokanten Stil bei der Stange zu halten. Thema des Buches ist, was den Unterschied ausmacht zwischen finanzieller Unabhängigkeit und abgezockt in der Mittelschicht leben.

Hier wechselt er gerne von der Beschreibung seines exklusiven Lebensstils inklusive hübscher Frauen, schneller Autos, teurer Anzüge und schicker Appertments und der Schilderung, wie die Mittelschicht systematisch ausgenommen wird. Vieles davon ist absolut richtig und daher auch mal angebracht. Weiterhin kommen Beschreibungen dazu, wie man sich aus diesem Teufelskreislauf befreien kann. Hier gibt es offensichtliche, aber dennoch sehr wertvolle Tipps, die mit Sicherheit von 95% der Bürger aus der Mittelschicht nicht berücksichtigen.

Was mich am Ende dann doch etwas wundert: In der Kurzbiographie, die den so erfolgreichen Werdegang von Herr Hörhan verkaufen soll, wird neben JPMorgan, McKinsey und Harvard noche ein zweiter Platz in einer Mathematikolypiade erwähnt. Ich habe das erst für einen Scherz gehalten, aber scheinbar soll der zweite Platz hier wirklich jemanden beeindrucken:-)
Das Buch wartet zwar nicht mit bahnbrechenenden neuen Erkenntnissen auf (vieles davon ist übrigens schon im Klassiker Rich Dad von Robert Kiyosaki beschrieben), ist aber dennoch eine nette Abwechslung bei der derzeitigen Welle an “Bankerenthüllungsbüchern”.

Ganz gelungen finde ich im übrigen auch den titelgebenden Vergleich mit dem Punk. Denn die Idee des Punk-Seins hat auch mit der Ablehnung von gesellschaftlichen Konventionen und Herdentriebsdenken zu tun. Und das gilt im Bereich Geldanlage ganz genauso. Wenn man nicht aus der Rolle fallen will, baut man ein Haus im Vorort, finanziert es per Kredit, braucht dann 2 Autos zum Reinpendeln, die man leasen muss. Mit jeder Gehaltserhöhung braucht man bessere Anzüge, die dann wieder standesgemäß sind. Außerdem fährt man in einen teureren Urlaub in ein weiter entferntes Land. Und der Fernseher wird natürlich auch größer. In jedem Fall passt sich der Lebensstandard so an, dass das vorhandene Geld wieder aufgebraucht wird. Und zwar jeden Monat. Wie man als millionenschwerer M&A-Berater ein gebrauchtes Auto fahren kann, verstehen sicherlich die wenigsten. Aber nur die wenigsten sind auch reich. Insofern kann ich das Buch schon empfehlen. Man kann es in ein paar Stunden gemütlich an einem Samstagnachmittag lesen und den ein oder anderen Punkt lernen. Aktuell und kurzweilig ist es allemal.

[Rating:4/5]

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